Photo: Anthony DELANOIX on Unsplash

Hamburgs Sprachlern-Programm für Kleinkinder im Reality-Check

Als die Taliban Afghanistan einnahmen, löste sich Maryams Leben und alles, wofür sie so hart gearbeitet hatte, in Nichts auf. Jetzt lebt sie in einem Dorf in der Nähe von Köln und hofft darauf, ihren Kindheitstraum endlich in Erfüllung gehen zu lassen. Diese Woche hat unser Autor Qadir Wafa eine ungewöhnliche Frau interviewt und erzählt uns ihre Geschichte: Sie handelt von Maryam, die in Wirklichkeit nicht Maryam heißt, aber der die Angst noch immer im Nacken sitzt und die der neuen Sicherheit noch nicht traut. Maryam hat in Herat als Friseurin gearbeitet und dort einen kleinen Haarsalon betrieben. Bei ihrem Vormarsch im vergangenen Sommer haben die Taliban in den Städten, die sie einnahmen, Friseursalons für Frauen geschlossen und die Inhaberinnen schikaniert und misshandelt. Nachbarinnen wurden aufgefordert, die Friseurinnen und ihre Kundinnen zu fotografieren, dass die Taliban sie finden können. Viele Friseurinnen nahmen daraufhin ihre Ladenschilder ab und gingen auf Tauschstation. Maryam kam nicht dazu und als die Taliban Herat einnahmen, musste sie sich in Sicherheit bringen. Sie hatte Glück und vor einigen Monaten kam sie nach Deutschland. In der Kleinstadt in NRW will sie es noch einmal wagen: “Ich muss möglichst schnell Deutsch lernen und dann will ich wieder als Friseurin arbeiten”, sagt sie. „Ich kann es gar nicht erwarten, bis es endlich so weit ist!“. Maryam ist eine von sehr vielen neu aus Afghanistan angekommenen und sie gehört zu einer neuen Zielgruppe von Amal. Wir haben unsere Dari/Farsi Redaktion durch mehrere Praktikant*innen verstärkt und bemühen uns, die Neuangekommenen mit passenden Artikeln und Videos zu versorgen. Kürzlich wurde übrigens eine Studie erstellt. Studierende des Masterstudiengangs internationaler Journalismus an der FU-Berlin haben die Leser*innenschaft von Amal befragt und rund 65 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen das Lesen von Amal beim Einleben und bei der Integration in Deutschland sehr geholfen haben. Wir sorgen dafür, dass Maryam und alle anderen Neuangekommenen sich in Deutschland zurechtfinden können, auch, wenn sie noch nicht genug Deutsch gelernt haben, um eine deutsche Zeitung zu lesen.
Hier geht es zur Reportage über Maryam auf Dari/Farsi und hier zu einer kürzeren Version des Artikels auf Deutsch.

Hamburgs Sprachlern-Programm für Kleinkinder im Reality-Check

“Oh, das ist ja interessant!”, dachte unser Autor Jalal Hussaini als er von dem Modellprojekt an Hamburger Kitas hörte, mit dem alle Kinder vor der Einschulung auf Muttersprachniveau in Deutsch gebracht werden sollen. Er hat darüber hier einen Beitrag für Amal, Hamburg! verfasst. Noch beim Schreiben kamen ihm allerdings die Fragen: “Wieso wurden meine Kinder eigentlich nicht eingeladen, an diesem Programm teilzunehmen?” und: “Hier heißt es, dass es ein Programm für alle Kinder mit Migrationshintergrund in Hamburg ist…..warum kenne ich niemanden, der schon etwas davon gehört hat?”. Schwupp, hatte er ein neues Thema und setzte die Recherche fort. Auf unserer Webseite finden Sie seinen Artikel.

 

Was uns sonst noch beschäftigt (hat):

Wir berichteten ausführlich über die Berlinale hier geht es zum Video auf Arabisch und hier auf Farsi.
Wir gedachten der Opfer des Anschlages von Hanau. Hier geht es zum Kommentar auf Arabisch und hier auf Dari.
Wir freuen uns über das Licht am Ende des CORONA-Tunnels. Hier geht es zum Bericht auf Arabisch und hier auf Farsi.
Wir interessieren uns für den neuen Impfstoff und fragen uns, was von Novavax zu halten ist. Hier geht es zum Erklärstück auf Arabisch und hier auf Farsi….

 

Bilder: Qadir Wafa, epd (Gustavo Alabiso), Unsplash Delanoix
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Amal, Berlin! berichtet auf Arabisch und Farsi/Dari über alles, was in Berlin wichtig ist. Gerne übersetzen wir einzelne Artikel auch ins Deutsche und stellen sie Redaktionen gegen Honorar zur Verfügung.

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