Wie es war, in Deutschland anzukommen Foto: Zahra Nazari
25. Februar 2026

Wie es war, in Deutschland anzukommen

Nach der Rückkehr der Taliban wurde das Leben vieler Frauen in Afghanistan noch eingeschränkter als je zuvor. Arbeitsaufnahme war verboten, Universitäten und Schulen wurden geschlossen, und selbst Reisen ohne Mahram waren unmöglich.

Wie Tausende andere Frauen fühlte ich mich in meinem eigenen Leben gefangen. Meine berufliche Tätigkeit war zum Erliegen gekommen, und Bedrohungen gegen diejenigen, die mit ausländischen Institutionen zusammenarbeiteten, hatten die Lebensumstände noch unsicherer gemacht. Zu bleiben bedeutete, diese Situation zu akzeptieren.

Zwei Jahre Leben unter der Herrschaft der Taliban; Warten und Ungewissheit

Ich habe zwei Jahre lang Visa für verschiedene Länder beantragt, um aus Afghanistan wegzukommen. Meistens erhielt ich keine Antwort, und wenn ich doch eine E-Mail bekam, war es eine Ablehnung.

Dieses Unglück überschattete auch mein Familienleben und meinen Alltag. Wir kauften nichts für das Haus, weil wir nicht wussten, ob wir bleiben oder gehen würden. Einmal verkaufte ich alle Möbel, um zu einem Vorstellungsgespräch in den Iran zu reisen, doch die Reise wurde in letzter Minute abgesagt. Dieses Hin und Her zwischen Hoffnung und Verzweiflung war für mich und meine Familie zermürbend.

Als ich jede Hoffnung verloren hatte, öffnete ich eines Tages meine E-Mails; meine Bewerbung aus Deutschland war angenommen worden und ich musste in ein Drittland reisen, um das Verfahren fortzusetzen.

Der Abschied fiel mir nicht leicht.

Die Akzeptanz brachte mir Freude und Trauer zugleich. Ich war froh, einem eingeschränkten und unsicheren Leben entflohen zu sein, doch es fiel mir schwer, mein Zuhause, meine Familie und die Jahre, die ich mir dort aufgebaut hatte, loszulassen.

In meiner letzten Nacht in Afghanistan, als ich mich von meinen Lieben verabschiedete, wusste ich nicht, ob wir uns jemals wiedersehen würden. Diese Ungewissheit ist Teil des Schmerzes, den viele Flüchtlinge teilen.

Warten in Pakistan

Um das Verfahren fortzusetzen, reiste ich nach Pakistan zu einem Interview in der deutschen Botschaft. Die Tage vergingen in Angst; die Furcht, nicht angenommen zu werden und zurückkehren zu müssen, begleitete mich ständig.

Gleichzeitig hatte der Druck auf afghanische Staatsbürger in Pakistan zugenommen, und es bestand die Gefahr, verhaftet oder abgeschoben zu werden. Unter diesen Umständen zu warten, war nicht einfach. Schließlich wurde das Visum ausgestellt und meine Ausreise bestätigt.

Ankunft in Deutschland und erste Erfahrungen

Ich kam mit einem Charterflug in Deutschland an. Als Erstes sah ich den Flughafen Leipzig: groß, sauber und gut organisiert. Das Flughafenpersonal begrüßte uns freundlich und versorgte uns mit Wasser, Essen und Hygieneartikeln. Von dort wurden wir direkt zu unserer Unterkunft gebracht.

Nach etwa zehn Stunden Fahrt war ich müde und übermüdet. Wir erreichten das Camp gegen zwei Uhr morgens, mitten im Winter, in der Kälte und bei Schneefall.

Familien erhielten ein separates Zimmer, Einzelpersonen teilten sich ein Zimmer. Notwendige Dinge des täglichen Bedarfs und Hygieneartikel wurden verteilt. Aufgrund der Weihnachtsfeiertage war der Großteil des Personals abwesend, und es waren nur wenige Informationen verfügbar.

Alles war neu, von der Sprache bis zum Essen. Sogar der Geschmack des Essens war anders als das, was ich aus Afghanistan kannte. Meine Ankunft in Deutschland begann mit Erschöpfung, Verwirrung und gleichzeitig Hoffnung.

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Foto: Zahra Nazari

Amal, Hamburg!
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