Wir sind betroffen!

“Ich bin eine afghanische Frau. Ich habe sechs Kinder. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Wie komme ich hier heraus? Bitte helfen Sie mir!”, diese Nachricht fanden wir heute Morgen in Email-Eingang. Es ist einer von vielen Hilferufen, die uns erreichen. Amal heißt ja eigentlich Hoffnung. Das ist unser Anspruch und so lastet die Hilflosigkeit als schweres, dunkles Gefühl auf uns. Besonders betroffen sind die vier Amal-Kolleg*innen, die selbst aus Afghanistan kommen und enge Familienangehörige haben, die in Kabul sind. Viele haben das Unheil kommen sehen und bereiteten sich auf eine Flucht vor. Sie kümmerten sich um Visa, buchten Flugtickets. Allerdings hatte auch von ihnen kaum jemand damit gerechnet, dass die Taliban so schnell in Kabul ankommen würden und so verfallen jetzt die Tickets und die Visa können nicht mehr abgeholt werden. Kabul in Schockstarre. Was wird nun?

Besondere Sorgen machen sie sich um ihre jüngeren Schwestern und Cousinen. “Seit wir die schlechten Nachrichten gehört haben, haben wir noch größere Angst”, das ist eine Formulierung, die in den letzten Tagen oft in der Redaktion gefallen ist: Die Ankündigung der Taliban, dass Unverheiratete ab 15 mit Taliban-Männern verheiratet werden sollen, ist so ungeheuerlich, dass sie nicht wiederholt wird. Wir sprechen stattdessen von schlechten Nachrichten.

Was kann man tun? Nicht viel! Außer sich an den Computer zu setzen und zu schreiben.

Hier geht es zum Kommentar von Noorullah Rahmani, der am Dienstag im Tagessiegel erschienen ist. Im Folgenden können Sie einen weiteren Text von ihm lesen, den wir auf Dari und Arabisch auf Amal, Berlin! und Amal, Hamburg! veröffentlicht haben und nun hier auch auf Deutsch.

Wir sind betroffen

Beten, hoffen, protestieren. Dawod Adil hat in den vergangenen Tagen viele Demonstrationen von Exil-Afghan*innen in Berlin besucht und mit Aktivist*innen in ganz Deutschland gesprochen. Eines seiner Videos hat besonders viele Klicks bekommen: Er hat darin Exil-Afghan*innen gefragt, welche Botschaft sie an die Menschen in Afghanistan schicken wollen.

Weitere Texte und Interviews von Amal-Kolleg*innen erscheinen in den nächsten Tagen im Hamburger Abendblatt, im ZDF und bei evangelisch.de und – wenn Sie Interesse haben – gerne auch bei Ihnen. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht in unserem Posteingang.

Was sonst noch wichtig ist….

wir haben auch zu vielen anderen interessanten Themen berichtet. Hier eine kleine Auswahl:



Ehrenmord oder Femizid – Wie sprechen wir über die getötete Afghanin in Berlin? (Interview mit Scharmila Haschemi) Hier

 


Mauerbau – Rückblick auf ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte Hier

 


 

 

 Clowns – Anas Khabir beobachtet, worüber auf Berlins Straßen gelacht wird Hier

 


 

Upgrade – Datteltäter suchen Nachwuchs und eröffnen Medienakademie Hier

Fotos Anas Khabir, Dawod Adil,  Peter Dargatz (Pixabay), Rama Jamarkani, epd Bundeswehr Thorsten Kraatz, Screenshot Datteltäter YouTube

Amal, Hamburg! berichtet auf Arabisch und Farsi/Dari über alles, was in Hamburg wichtig ist. Gerne übersetzen wir einzelne Artikel auch ins Deutsche und stellen sie Redaktionen gegen Honorar zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich per Mail an:

info(at)amalhamburg.de