Foto:
01/04/2020

Herr Tschentscher auf Arabisch

Nein, es ist kein Aprilscherz und Aprilscherze sind ja in Zeiten von CORONA genauso out wie Händeschütteln und Freiluftniesen. Es gibt tatsächlich die Ansprache von Peter Tschentscher auch auf Arabisch. Mutaz Enjila hat die Worte des Regierenden Bürgermeisters übersetzt.

 

In der vierten Krisenwoche hat die Nachrichtengeschwindigkeit stark abgenommen, dafür macht sich Frust und Lageweile breit. In dieser Woche haben wir uns auf sehr vielen unterschiedlichen Arten mit diesen Facetten der Quarantäne beschäftigt. Hier eine Auswahl:

Wie schaffe ich es, nicht depressiv zu werden?

Anas Khabir hat sich bei Leserinnen und Lesern umgehört: Viele leiden unter der Isolation und unter der Unsicherheit, was noch auf uns zu kommt. Diese Sorgen hat er mit Ahmad Shahaby, einem bekannten syrischen Psychologen diskutiert – natürlich kontaktlos und nur online. Auch das ist CORONA.

 

Was mache ich, dass mir die Decke nicht auf den Kopf fällt

den ganzen Tag allein in der Wohnung? Dawod Adil hat sich mit Geflüchteten aus Afghanistan unterhalten. Was machen sie, um nicht in ein schwarzes Loch zu fallen? Viele beschreiben, dass ihnen die Einsamkeit zu schaffen macht. Gleichzeitig bringt die Quarantäne auch neue Chancen: “Ich habe angefangen, auf meine Gesundheit zu achten und esse mehr Gemüse?”, sagt eine Frau. “Ich komme mit dem Schreiben gut voran!”, sagt ein Drehbuchautor. “Ich tanze viel und übe deutsche Grammatik!”, sagt eine Dritte.

 

 

Was mache ich, dass die Kinder nicht durchdrehen?

Mit dieser Frage hat sich Nilab Langar beschäftigt. Sie hat viele praktische Tipps zusammengestellt. Survival für Eltern im Homeoffice. Hier geht es zu Ihrem Text.

 

Wie macht man Politik in Zeiten von Kontaktsperre?

Diese Frage hat Nilab Langar an die afghanischstämmige Abgeordnete der Grünen in der Bürgerschaft Zohra Mojadeddi gestellt und überraschende Antworten gekriegt. Hier geht es zu ihrem Text auf Dari.

 

Wie überlebt man die Quarantäne in der Flüchtlingsunterkunft?

Das eine ist die Einsamkeit während der Quarantäne. Das andere ist die Nicht-Einsamkeit. Wenn man sich bemühen will, Abstand zu halten und Hygieneregel einzuhalten, das aber gar nicht schaffen kann, weil die Wohnverhältnisse viel zu beengt sind. Amloud Alamir hat Interviews mit mehreren Geflüchteten gemacht, die in Sammelunterkünften leben. “Ich bin eine alte Frau, gehöre zur Risikogruppe, aber wie soll ich mich schützen, wenn ich in der Unterkunft lebe, mir Bad und Küche teilen muss?”, fragt eine. “Wie soll ich Abstand halten, wenn ich mit vier anderen in einem Zimmer lebe?”, fragt ein anderer. Hier geht es zum Text auf Arabisch.

 

 

Welche Nebenwirkungen hat die Quarantäne?

Da brauchen Sie nicht Ihren Arzt oder Apotheker zu fragen, sondern nur den App-Store zu besuchen. Unter dem vielversprechenden Namen Aladin verbirgt sich ein Online-Shop, der genau den Nerv der der syrischen und arabischen Community in Deutschland getroffen hat. Schließlich geht es da beim Hamsterkauf nicht so sehr darum, Klopapier und Hefe zu kaufen, ein arabischer Haushalt in Quarantäne braucht auch Molokhia, Bulghur, Zaatar und Bamia. All dies gibt es bei Aladin online und man muss noch nicht einmal Schlange stehen. Amloud Alamir hat es probiert. Hier geht es zum Text.

 

Auch die Sonnenallee ist jetzt wie leergefegt

Besonders ans Herz legen möchten wir Ihnen den Kommentar von Abdolrahman Omaren. Der Chefredakteur unsrerer arabischen Redaktion beschäftigt sich mit der Stimmung im arabischen Teil von Berlin in den Zeiten von CORONA. Der Text ist zunächst im Berliner Tagesspiegel erschienen. Hier geht es zum deutschen Text.

Interessant, oder? Hätten Sie auch gerne einen solchen Kommentar? Neu und mit einem anderen Ansatz? Sehr gerne! Melden Sie sich einfach. Unsere Autorinnen und Autoren schreiben gerne auch als Gastautoren für andere Medien.

Bleiben Sie gesund und freuen Sie sich mit uns: Nächste Woche feiert Amal, Hamburg! das erstes Online-Jubiläum. Wie wir das in Zeiten von CORONA anstellen…? Sie werden es erleben!

اعتن بنفسك

مراقب باش

Fotos: Cornelia Gerlach, Ralph Zöllner, Asef Husseini