Amal heißt Nadya auf Ukrainisch

Die Vorbereitungen laufen: Ab demnächst wird Amal, Berlin! auch auf Ukrainisch berichten und die (gerade entstehende) ukrainische Community in der Stadt mit professionellem Lokaljournalismus versorgen. Wie viele Ukrainer:innen derzeit genau in Berlin leben, ist unklar. Viele sind gekommen, haben sich registrieren lassen und weitergezogen, andere sind gekommen haben sich nicht registriert und sind geblieben. Klar ist aber, dass sich seit dem 24. Februar viele Ukrainer:innen in Berlin eingefunden hat und auch, wenn die meisten hoffen, möglichst bald wieder nach Hause zurückzukehren, gibt es einen Bedarf nach Informationen und Berichterstattung über Berlin. Vom Straßenfest auf der Bergmannstraße über den Koalitionsstreit im Roten Rathaus bis zu den Unterbringungsproblemen für Familien in Geflüchtetenunterkünften – das alles sind Themen, über die es in Zukunft auch auf Ukrainisch Berichte auf Amal geben soll. Amal heißt Hoffnung auf Arabisch und Hoffnung heißt Nadya auf Ukrainisch. Beides sind klingende Frauennamen, die in vielen Ländern beliebt sind und die Redaktion von Amal ist entschlossen, dass Amal und Nadya bald ziemlich beste Freundinnen werden.
Derzeit bauen wir das Team auf und nehmen noch Bewerbungen an: Wenn Sie ukrainische Journalist:innen in Berlin kennen, die sich für ein solches Projekt interessieren könnten, schreiben Sie uns:
info@amalberlin.de

Ukraine-Afghanistan-Deutschland

Passend zu unseren Plänen hat Shabnam Alkozai eine ganz besondere Geschichte von einer ukrainischen Geflüchteten aufgeschrieben. Olga, die Frau oben im Bild, stammt aus der Ukraine, hat vor mehr als zehn Jahren einen afghanischen Mann geheiratet und lebte mit ihm in Helmand in Afghanistan. Von dort ist sie nun zusammen mit ihrer Familie nach Deutschland geflohen. Im Interview beschreibt sie ihre doppelt verlorene Heimat. Hier geht es zum Artikel auf Dari.

Die Straße und die (feministische/rassistische) Prinzessin

Apropos Frauen und Migration: In Hamburg streitet die Stadtverwaltung von Uhlenhorst seit Jahren über einen Straßennamen. 2019 beschloss die Bezirksversammlung, einen Platz nach einer Prinzessin von Sansibar zu benennen. Diese wurde 1844 als Tochter des Sultans der reichen Insel vor Afrika und einer seiner unzähligen Konkubinen geboren. Die junge Prinzessin sorgte in ihrem Heimatland für einen Skandal, als sie sich in einen Hamburger Kaufmann verliebte. Sie konnte der Strafe durch Steinigung nur durch Flucht entkommen und lebte den Rest ihres Lebens als Emily Ruete in Hamburg.  Ihre “Memoiren einer arabischen Prinzessin” gelten als erstes autobiografisches Werk einer arabischen Frau und sie wurde als Beispiel für eine starke Frauenfigur mit der Benennung der Straße geehrt. Allerdings wurde die Benennung bald wieder rückgängig gemacht, weil Ruete in ihrer Biografie eindeutig rassistisch über Sklaven schreibt und sich für Sklavenhaltung einsetzt. Ihre Heimat Sansibar war Umschlagplatz der Sklaven für den europäischen und US-Markt und das Imperium ihres Vaters lebte vom Handel mit Menschen. Haifa Atfeh hat für die arabischen Amal-Leser*innen die Umstände der Namensgebung zusammengefasst.  Hier geht es zu ihrem Artikel. Die Welt ist nicht so einfach, in Gut und Böse zu unterteilen, wenn man sie aus vielen verschiedenen Perspektiven betrachtet.

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