Es kommen kritische Wochen auf uns zu…

der Titel unserer Subject-Zeile läßt keinen Zweifel: Auch bei Amal, Hamburg! dreht sich im Moment alles um Sieben-Tage-Inzidenz, Impfskeptiker und Mutanten-Virus. Wir wissen, dass gerade in diesen Zeiten verlässliche Informationen, ausgewogene Berichterstattung und interessant aufbereitete Artikel wichtig sind: Unsere Leser*innen sollen mitreden und sich eine Meinung bilden können: Was spricht für das Impfen? Wieso sind manche Menschen dagegen? Warum gibt es gerade jetzt in manchen arabischen und vor allem iranischen Medien so viele Warnungen vor Impfstoffen Made in USA? Gibt es womöglich einen Zusammenhang zur Devisenknappheit, dass manche Regierungen ihre Bevölkerung nicht mit Impfungen versorgen können? Oder gibt es andere Gründe?

Wir haben in den letzten Tagen viel diskutiert, denn klar ist: Unsere Leser*innen wollen nicht belehrt werden. Sie wollen das ganze Bild. Beiträge, die auch nur den Anschein erwecken, Meinung machen zu wollen – etwa in Richtung Pro-Impfen – bekommen harsche Kommentare. Was allerdings Hoffnung macht: Noch negativer sind die Kommentare zu Beiträgen, in denen es um Impfgegner*innen und deren MIsstrauen gegen die Impfkampagne der Bundesregierung geht. Gefährlich sind die sechs bis acht Wochen vor uns auch, weil CORONA zunehmend gesellschaftliche Fronten aufreißt: Wieso werden Geflüchtete in Unterkünften vor den 60-70jährigen geimpft und überhaupt: Gehen die arabischen Großfamilien nicht viel zu lax mit den Abstandsregeln um? Sind die Geflüchteten nicht vielleicht doch Schuld an den hohen Infektionszahlen?

Es geht um fundierte, kritische Meinungsbildung und die gelingt nur durch kontinuierliche Berichterstattung und glaubwürdigen Journalismus. Wir verweisen daher diese Woche nicht auf einzelne Beiträge, die wir zum Thema CORONA auf unseren Seiten gepostet haben, sondern auf das ganze Bild. Willkommen bei www.amalberlin.de und www.amalhamburg.de

Gefährliche Zeiten kommen auf uns zu II

Natürlich beschäftigen wir uns auch mit dem, was ansonsten in unserer Umgebung passiert. (Siehe oben!) Alle Jahre wieder regnet es auf unseren Gehwegen Tannenbäume und alle Jahre wieder schreiben Amal-Autor*innen ihre Gedanken zum Thema Weihnachtsbaum-Sammlung nieder. Die Versammlung der struppige Überreste des Festes an den Straßenecken ist eines der Lieblingsthemen unserer Redaktion. So hat Khalid Alaboud darüber vor Jahren schon eine Betrachtung geschrieben, weil ihn die traurigen Baumgrüppchen an das Zusammentreiben der Schafe zum Opferfest in Syrien erinnerte. Vergangenes Jahr bekamen unsere Videos zum Verfüttern der Altbäume im Zoo viele Klicks und dieses Jahr nimmt sich Aora Helmzadeh der ökologischen Seite des Weihnachstbaumphänomens an. Hier geht es zu ihrem Artikel auf Dari/Farsi. Wir können gespannt sein, welcher Aspekt im kommenden Jahr aufgegriffen wird. Wie schön, dass es Amal inzwischen so lange gibt, dass wir schon echte Jahreswechseltraditionen haben.

Januar-Soforthilfe

Woche für Woche treten im Amal, Salon! Künstler*innen und interessante Persönlichkeiten aus der arabischen, iranischen und afghanischen Community auf. Es geht darum, dass ihre Stimmen trotz Lockdown gehört werden und ihre Musik und ihre Ideen die Menschen zu Hause ein bisschen aus der CORONA-Tristesse herausholt. Zugleich geht es natürlich auch darum, dass die Teilnehmenden in diesen schwierigen Zeiten zumindest ein Mini-Honorar einnehmen, das ihnen hilft, über die Runden zu kommen. Im Moment wird der Amal, Salon! durch eine freundliche Spende der Körber-Stiftung finanziert. (Danke!!!) Auch die Hamburger Bürgerstiftung (Danke!!!) hat das Live-Streaming-Projekt unterstützt. Falls auch Sie in diese Direkthilfe für geflüchtete Kulturschaffende investieren wollen oder Kontakte zu entsprechenden Förderern haben, freuen wir uns sehr.

Diesen Freitag haben wir den syrischen Musiker Aly Hassan im Programm. Sein Stream wird auf allen unseren Facebook-Seiten laufen, denn, was er macht, kennt keine Sprachgrenzen. Ob Arabisch, Dari, Farsi oder Deutsch ist der Musik egal. Vielleicht haben Sie Lust, dabei zu sein? Ab 19 Uhr auf Amal, Berlin! und Amal, Hamburg!

Fotos: Julia Gerlach, Aora Helmzadeh, Hoda Taheri

Amal, Hamburg! berichtet auf Arabisch und Farsi/Dari über alles, was in Hamburg wichtig ist. Gerne übersetzen wir einzelne Artikel auch ins Deutsche und stellen sie Redaktionen gegen Honorar zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich per Mail an:
info(at)amalhamburg.de