10. August 2020

Weihnachtsgeschenke? Wir hätten da einen Tipp

“Ali Khaled kam 2015 nach Deutschland” – Sie kennen solche Sätze. Viele Videos und Artikel beginnen mit Worten wie diesen. Auch bei Amal. Aber die Geschichte von Ali Khaled, die unser Reporter Ahmad Kalaji diese Woche erzählt, ist viel, viel älter als die anderen, sie geht fast 300 Jahre zurück zu der Zeit, als in Damaskus Kunsthandwerker begannen, Mosaiken zu fertigen. Ali Khaled stammt aus einer Familie, die über die Jahrhunderte hinweg die weltberühmten Damaszener Möbel gefertigt hat, kleine Truhen und große Sessel, Wandverkleidungen und Schatzkästen mit Einlagen aus schimmerndem Perlmutt. Die Väter gaben ihr Wissen an die Söhne weiter, die ihrerseits die Tradition bis in die Gegenwart führten.

Als Ali Khaled 2015 nach Deutschland kam hat er lange überlegt, wie er das Erbe seiner Familie nach Europa retten könnte. Er gewann einen Cousin und einen Freund als Mitstreiter. Sie trieben Nussbaumholz auf, das lange genug gelagert ist um für die Kunst zu taugen, und auch das spezielle Perlmutt, das sie dafür brauchen. Und dann fanden sie auch noch eine Werkstatt in Berlin und konnten wieder angefangen zu produzieren, wie damals in Damaskus. “Wir sind gut darin”, sagt er. “Warum sollen wir unsere Kunst nicht der Welt zeigen?”

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Gefesselter Blick

“Ich war wie gebannt. Ich konnte meine Augen keine einzige Sekunde von der Leinwand lösen”, erzählte unser Reporter Jalal Hussaini, als er neulich aus dem Kino kam. Er hatte “Berlin, Alexanderplatz” gesehen, in der Verfilmung von Burhan Qurbani. Als der Film im Winter auf der Berlinale lief, reagierten die Kritiker eher verhalten. Zu lang sei der. Und zu weit weg vom Roman von Alfred Döblin von 1929, der von Franz Bieberkopf erzählt, der gerade aus dem Knast kommt. “Es kommt halt auf den Betrachter an”, sagte Jalal Hussaini schmunzelnd. Er, als Geflüchteter, der Tag für Tag darum kämpft, in dieser neuen Welt nicht unterzugehen –  er sei total gebannt gewesen von dem, was Qurbani da erzählt.

Regisseur Burhan Qurbani ist Kind afghanischer Eltern, die nach Deutschland flohen, als in Afghanistan die Sowjettruppen einmarschierten. Er lässt den Film auf dem Mittelmeer beginnen. Ein Boot voller Flüchtlinge sinkt, der Held der Geschichte muss kämpfen, um nicht unterzugehen. In Deutschland trifft Francis auf Reinhold, einen Mann, der ihm ein Dach über dem Kopf gibt und was zu essen spendiert, der ihm hilft und ihn beschützt und ihn ruiniert, denn der Preis für all die Wohltaten sind Dienstleistungen in der Unterwelt. “Dieser Mann ist für mich ein Symbol für das moderne Deutschland”, schreibt Jalal in seiner Filmkritik. “Er steht für den Traum vom Paradies, den wir alle einmal hatten.” Doch dieser Traum zerplatzt. Nicht-Untergehen wird zum Leitmotiv. Jalals Kritik des Films auf Dari finden Sie hier.

Klare Ansagen

“Nein ist Nein!” Maimar Abo Zahra war da klar und entschieden. Wenn eine Frau Nein sagt, dann muss der Mann das respektieren. Die Juristin mit einem Master in internationalem Recht und Projektmanagerin bei Lara (https://lara-berlin.de) war am vergangenen Donnerstag zu Gast im Amal Salon. Das Gespräch, das Amal-Reporterin Asmaa Yousuf mit der Expertin führte, wurde inzwischen schon 4000 Mal geschaut undin der arabischen Community in Hamburg und Berlin intensiv diskutiert. Die Fragen, um die es da ging, sind heikel. Längst nicht alle sind mit den Gesetzen und Hilfsangeboten in Deutschland vertraut. Das Gespräch auf Arabisch finden Sie hier. Auf Wunsch können wir Teile daraus auch auf Deutsch präsentieren.

Stahlharte Muskeln

Der Bodybuilder Wafa Abou Daher ist diese Woche Gast im Amal Salon. Unsere Reporter Abbas Al Deiri und Mutaz Enjila haben ihn im Studio besucht und beim Training begleitet, sie haben seine Medallien gesehen und sein Muskelspiel erlebt. Sie trafen auf einen Mann, der als Kind eher rundlich war und gerne Ungesundes aß – bis seine Mutter eines Tages genug hatte und ihn aufforderte, ein bisschen Sport zu treiben. Aus “ein bisschen” wurde ziemlich viel, und aus dem dicken Kind ein gestählter Mann. Wer wissen will, wie das Leben eines Syrers zwischen Spitzensport und Beruf aussieht: Donnerstag, 6. August um 19 Uhr ist das Gespräch hier zu sehen.