Zunächst berichtete Faisal Hamdo von seinen Erfahrungen. Der Krankengymnast kam 2014 nach Deutschland und arbeitet inzwischen wieder in seinem Beruf am UKE Krankenhaus in Hamburg. Bekannt geworden ist er, weil er über seine Flucht und seine Erfahrung in Hamburg ein Buch geschrieben hat. „Eines ist ganz klar: Das Wichtigste ist die Sprache!“, sagte er. Zudem sei es für die Neuankommenden wichtig, das „System Deutschland“ zu verstehen, um den richtigen Weg ins Berufsleben zu finden.“Es gibt in Deutschland viele Regeln und Gesetze. Das wirkt zunächst wie viele Hürden auf dem Weg zu einem Job. Ehrlich gesagt freue ich mich aber über diese Regeln. In meiner Heimat gab es keine solchen Gesetze, die den Zugang regeln, aber dafür viele Hürden, die mir vom System in den Weg gelegt wurden und die es Leuten wie mir unmöglich machten, etwas aus sich zu machen“.Auch Petra Lotzkat, die zuständige Staatsrätin für Integration zeichnet ein zwar durchwachsenens aber doch e
her positives Bild, was die Integration in den Arbeitsmarkt angeht. Inzwischen hätten rund Zweidrittel der 2015 nach Hamburg gekommenen Arbeit gefunden. Bei vielen, die noch keine Stelle gefunden hätten, handele es sich um Menschen mit sehr wenig Ausbildung und oft auch wenig Schulbildung. „Hier müssen wir Konzepte entwickeln, wie Schulabschlüsse nachgeholt werden können und die Menschen qualifiziert werden können“. Zufrieden sei sie mit vielen gesetzlichen Anpassungen, die in den vergangenen Jahren erreicht wurden. So sei es inzwischen möglich, viele Menschen, die Berufserfahrungen in der Heimat gesammelt haben durch praktische Tests so einzustufen, dass ihre Qualifikation auch ohne formelles Zeugnis hier anerkannt werden kann und sie in das Berufsleben integriert werden können.
Der dritte Podiumsgast, Julia von Weymarn, Geschäftsführerin von leetHub St. Pauli e.V organisiert regelmäßig Existenzgründungsseminare für Neuangekommene. Aus ihrer Sicht sei es das Wichtigste, eine gute Idee zu entwickeln und sich dahinterzuklemmen, sie umzusetzen. Natürlich spielten Sprachkenntnisse und Kenntnisse über die deutsche Geschäftswelt eine Rolle. „Das Wichtigste ist jedoch, dass man mit seiner Idee überzeugt und dass man gute Kontakte hat“, beschrieb sie. Sie machte darauf aufmerksam, dass neuangekommene Frauen bei der Integration in den Arbeitsmarkt, egal ob als Angestellte oder als Existenzgründerinnen, stark unterrepräsentiert seien. Staatsrätin Lotzkat stimmte ihr zu: „Auch das ist ein großes Thema. Wir kümmern uns darum“, sagte sie.
Im Anschluss hatten die Besucher und Besucherinnen der Veranstaltung die Möglichkeit, mit verschiedenen Organisationen und Initiativen in Einzelgesprächen weiterzudiskutieren. Die Eingangshalle des Körber-Forums hatte sich in eine Mini-Jobmesse verwandelt.