Das Projekt

Amal, Hamburg! ist eine Internetplattform mit Nachrichten aus Hamburg auf Arabisch und Farsi/Dari. Journalistinnen und Journalisten aus Syrien, Afghanistan und Iran berichten über alles, was in Hamburg und in Deutschland wichtig ist: Über Politik, Kultur und Gesellschaft. Es geht um das, was im Rathaus passiert und den Alltag in Hamburger Kindergärten. Es geht darum, wie schwierig es ist, eine Wohnung zu finden und um die syrische Band, die am Samstag im Kulturzentrum auftritt. Amal, Hamburg! sorgt dafür, dass die vielen Neuangekommenen aus der arabischen Welt, Afghanistan und dem Iran sich in der Stadt zurechtfinden, auch wenn sie noch nicht genug Deutsch können, um das Hamburger Abendblatt oder die Morgenpost zu lesen. Nur, wer weiß, was passiert, kann mitmachen und sich zu Hause fühlen.

Arbeiten im Exil

Amal, Hamburg! bietet Journalisten und Journalistinnen im Exil eine berufliche Zukunft, da sie mit halben Stellen angestellt oder als Feste Freie beschäftigt sind. Auch für deutschsprachige Medien ist der besondere Blickwinkel der Amal, Hamburg! Autoren und Autorinnen interessant. So arbeitet die Amal-Redaktion eng mit dem Hamburger Abendblatt zusammen.

Lokal und überregional

Amal, Hamburg! ist ein Ableger von Amal, Berlin!, einer arabisch- und farsi/dari-sprachigen Lokalredaktion, die 2016 gegründet wurde und inzwischen zu einer festen Größe in der Berliner Medienlandschaft geworden ist. Dort arbeiten zehn Journalisten und Journalistinnen aus Syrien, Iran, Afghanistan und Ägypten. Für Amal, Hamburg! liefern sie die überregionalen Themen zu. Die Amal-Redaktion arbeitet regelmäßig auch für deutsche Medien. So hat sie drei Chrismon Spezial Hefte gestaltet, eine Ausgabe des Amnesty Journals gefüllt und an vielen anderen journalistischen Projekten mitgearbeitet. Mit Unterstützung der Media Residents werden Texte aus dem Arabischen und Farsi/Dari übersetzt.

Themen, die bewegen

 Amal, Hamburg! ist Lokaljournalismus dicht an der Leserschaft: Die Redaktion ist im engen Austausch mit ihren Lesern und Leserinnen. Die Artikel werden auf Facebook gepostet und werden dort kommentiert und diskutiert. Oft geht es dabei auch um die Aufregerthemen unserer Zeit: Familiennachzug, Rassismuswie Konflikte aus den Heimatländern der Neuangekommenen auch in Deutschland eine Rolle spielen. Amal, Hamburg! steht hier für unaufgeregten ausgewogenen Journalismus und bietet so einen Rahmen für Meinungsaustausch über alles, was Neuangekommene in Hamburg bewegt.

Viele Perspektiven

Amal, Hamburg! ist eine sehr gemischte Redaktion. Männer und Frauen aus vielen Ländern, mit unterschiedlichen Religionen, politischen Überzeugungen und Persönlichkeiten arbeiten zusammen. Darauf sind wir stolz. Nicht zuletzt ist Amal, Hamburg! auch ein sprachliches Experiment. Oft entstehen Beiträge, die sowohl auf der arabischen als auch auf der farsi/dari-Seite erscheinen. Zusammenarbeit bei Amal, Hamburg! bedeutet Kompromisse schließen. So gilt es gerade in der Dari/Farsi-Redaktion eine gemeinsame Sprache zu finden, von der sich sowohl die afghanischen als auch die iranischen Hanseatinnen und Hanseaten angesprochen fühlen. Gefragt ist zudem Erfindergeist: Wie übersetzt man Gesundheitssenatorin ins Arabische? Was genau ist eine Gebührenabgabeverordnung und wie kann man es so ausdrücken, dass Menschen aus Afghanistan wissen, was gemeint ist?

Amal, Hamburg! versteht sich als Teil der Hamburger Medienlandschaft und ist zugleich Teil der Communities der Neuangekommenen. In Berlin ist es gelungen, dass sich Behörden, Kulturvereine, Initiativen und Firmen an die Amal-Redaktion wenden, weil sie wissen, dass ihre Informationen so zur sonst schwer erreichbaren Zielgruppe gelangen. In Hamburg ist dies auch unser Ziel.

Die Entstehung

Amal war zunächst eine Idee: Im Herbst 2015 kamen mit den Geflüchteten viele Journalisten und Journalistinnen aus Syrien und auch aus anderen Ländern nach Deutschland. Für sie ist es schwer, Arbeit bei deutschsprachigen Medien zu finden. Zugleich gab es einen Bedarf an verständlicher Berichterstattung für die Neuangekommen, die noch nicht deutsche Zeitungen lesen konnten. So entstand die Idee. Finanziert mit Geldern der Evangelischen Kirche Deutschland EKD und dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik GEP begann im September 2016 an der Evangelischen Journalistenschule in Berlin ein Vorbereitungsworkshop. Im März 2017 ging die Nachrichtenplattform in Berlin online und seit Juni 2017 arbeiten die Redakteure und Redakteurinnen auf halben Stellen oder als Feste Freie.

Amal wächst

Im Januar 2019 begann eine neue Phase. Die EKD und das GEP erklären sich bereit, Amal, Berlin! für weitere drei Jahre zu finanzieren. Mit der der Körber-Stiftung, der Schöpflin-Stiftung, der Ecclesia-Versicherung, der EKBO und der Evangelischen Kirche im Rheinland konnten weitere Geldgeber gewonnen werden. Die Arbeit in Berlin geht weiter und in Hamburg wird ein neues Büro eröffnet. Amal, Hamburg! startet zunächst mit drei Korrespondenten. Sie arbeiten in enger Kooperation mit dem Hamburger Abendblatt.

 Der Träger

Amal ist ein Projekt der Evangelischen Journalistenschule (EJS). Es profitiert von der Unterstützung, der Erfahrung und dem Netzwerk der angesehenen Schule. Die Evangelische Journalistenschule in Berlin ist eine Abteilung des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) mit Hauptsitz in Frankfurt am Main. Das GEP ist das zentrale Mediendienstleistungsunternehmen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), ihrer Gliedkirchen, Werke und Einrichtungen.

Die Projektleitung

Geleitet wird das Projekt von Cornelia Gerlach und Julia Gerlach.