Foto: United4Rescue

Himmelhoch jauchzend und ziemlich betrübt

Erst die gute Nachricht: die gute Nachricht: Amal-Hamburg-Redakteur Omid Rezaee ist im Wettbewerb des Medium Magazin um den Journalisten des Jahres in der Kategorie Reporter/Regional nominiert – stellvertretend für die Redaktion von Amal, Hamburg! Die Vorschlagenden loben Amal als „muntere multimediale und multilinguale Lokalseite über Hamburg. Integration: Gelungen!” Jetzt ist die Jury gefragt, unter gut 40 tollen Journalisten in der Rubrik Regionales sich für Omid zu entscheiden. Wir drücken ihm die Daumen.

Und jetzt die schlechte: Dawod Adil, Redakteur bei Amal, Berlin! und geschätzter Kollege hat vor dem Verwaltungsgericht in Cottbus seine Klage gegen den Asylbescheid abgeleht bekommen. Dabei hätte es so schön sein können. So viel hat in den vergangenen Monaten geklappt. Dawod hatte nach einer schwieigen Zeit in der Flüchtlingsunterkunft gerade wieder Spaß am Leben und konzentrierte sich auf seine Arbeit. Doch dann kam der Brief: Am 22. November würde seine Klage gegen den Asylbescheid verhandelt. Schlaflose Nächte folgten. „Die Richterin kann Dich nicht ablehnen“, sagten wir, die seine Geschichte kennen. Tat sie aber. Die Begründung kommt in den nächsten Tagen. Dann werden wir auch ausführlich über das Verfahren berichten.

Ein Schiff gegen das Ertrinken


Ein Schlauchboot, voll beladen mit Flüchtlingen, fährt in den Hamburger Hafen ein. Ein krasses Bild – es ist Teil der Social Media Kampagne, mit der das Bündnis United4Rescue seine Arbeit aufnimmt. die Evangelische Kirche in Deutschland hat jetzt zusammen mit anderen Organisationen dieses Bündnis öffentlich vorgestellt. Omid Rezaee war für Amal bei der Pressekonferenz. Ziel ist es, das Ertrinken von Flüchtlingen im Mittelmeer zu stoppen. Unter dem Hashtag #WirschickeneinSchiff werden auch online Spenden gesammelt, um ein Schiff zu kaufen. Das sei “ein Bekenntnis zur Mitmenschlichkeit”, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, am Dienstag in Hamburg. Die Kirche dürfe nicht nur reden, sondern müsse auch handeln. Den Artikel finden Sie hier.

Nach der Abschiebung:
Keine Rückkehr ins normale Leben

Kaum war Amal-Reporter Dawod Adil (siehe oben) von seinem Gerichtsverfahren aus Cottbus zurück, da war er schon wieder für Amal auf Achse. Medico International hatte zu einem Pressefrühstück eingeladen, dabei ging es um die Situation von Abgeschobenen nach deren Rückkehr nach Afghanistan erstellt. Hadi Marifat von der Afghanistan Human Rights and Democracy Organisation war gekommen, um eine neue Studie vorzustellen. Eins von vielen Ergebnissen: Für die allermeisten Geflüchteten ist die Flucht nach Europa von so einschneidenden und oft auch traumatisierenden Erlebnissen geprägt, dass sie nach einer Rückkehr nicht wieder in ihr früheres oder ein geordnetes Leben zurückkehren können. 71 Prozent der für diese Studie Befragten gaben an, auf der Flucht beinahe gestorben zu sein. Auch wenn es manchen von ihnen gelungen ist, sich ökonomisch wieder zu fangen – fast alle erzählen von schweren Problemen im Alltag und davon, dass die Behörden außer rabiaten Kontrollen bei der Einreise sich wenig oder nicht um die Rückkehrer*innen kümmern. Das Interview mit Hadi Marifat finden Sie hier und auch am Ende dieses Newsletters. Es hat leider (noch) keine Untertitel. Aber in der afghanischen Community hat es sich wie ein Wirbelwind verbreitet – und wenn Sie es für Ihre Webseite nutzen wollen, untertiteln wir es gerne.

Vor der Abschiebung:
Wenn Angst den Alltag prägt

Wie die Angst vor der Abschiebung das Leben prägt, zeigt Noorullah Rahmani in seinem Porträt eines afghanischen Flüchtlings, dessen Asylantrag bereits zweimal von den Gerichten abgelehnt wurde. Jetzt hangelt er sich von Duldung zu Duldung und hat Albträume bei der Aussicht, vielleicht tatsächlich eines Tages nach Afghanistan abgeschoben zu werden – in ein Land, das er übrigens, wie so viele Afghanen, die ihr ganzes Leben in Iran verbracht haben, nur aus den Erzählungen seiner Eltern kennt. Er ist überzeugt, dass eine Abschiebung in die von Unruhen geprägte Region Daikundi, aus der seine Familien stammt, gleichbedeutend mit einem Todesurteil ist. „Aber der Richter sagte, Afghanistan ist ein sicheres Land und man könne in dieser Region gut leben.“

Vor der Ausbildung –
Zeugnisse anerkennen lassen

Hat er wirklich studiert? Oder hat er sich einfach ein Zeugnis gefälscht? Für deutsche Arbeitgeber und Bildungsträger ist dies oft eine entscheidende Frage. Für Geflüchtete, die gerne zum Beispiel studieren wollen oder einen Ausbildungsplatz suchen, sind Zeugnisse unabdingbar. Die Zentrale Anlaufstelle Anerkennung hilft dabei, den Prozess möglichst reibungslos zu gestalten. Nilab Langar hat sich dort schlau gemacht. Ihr Artikel ist für all jene hilfreich, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben. Schritt für Schritt macht sie klar, was zu tun ist. Sie finden den Bericht hier.

Foto: United4Rescue

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